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Die Balneologie (Bäderheilkunde) ist die Lehre von den natürlich vorkommenden Heilwässern und deren therapeutischer Anwendung.

Geschichte der Balneologie

Bäder und Badekuren spielten seit jeher eine wichtige Rolle, war doch bereits im Altertum die Heilkraft des Wassers bekannt. Man schrieb den Wässern außergewöhnliche und übernatürliche Eigenschaften zu, vor allem wenn sie auf Grund ihres Geschmacks, ihrer Färbung oder Temperatur auffällig waren.

Im antiken Griechenland entstanden in der Nähe von Thermal- und Mineralquellen sogenannte Heilbezirke, Wallfahrts- und Kurorte. In diesen Orten gab es auch renommierte Ärzteschulen.

Balneologie Diese Tradition wurde im alten Rom fortgeführt. Es entstanden riesige Badeanlagen in großer Zahl, die Tradition der öffentlichen Bäder wurde auch in die eroberten Gebiete mitgenommen. In vielen Militärlagern entstanden Bäder, ein solches Bad wird zur Zeit in Petronell Carnuntum rekonstruiert, Heiße Quellen wie in Baden bei Wien, Bad Deutsch-Altenburg oder Badgastein wurden ebenfalls genutzt.

Mit dem Niedergang des römischen Reiches, des Verlusts der technischen Kenntnisse und der Erstarkung des Christentums mit seinen strengeren moralischen Vorgaben kam das Baden aus der Mode.

Erst im Mittelalter entwickelten sich die Badestuben wieder zu Kommunikationszentren, wo nicht nur Reinigungsbäder genommen wurden, sondern auch Barbiere und “Bader” tätig waren.
Einen Aufschwung nahm der Einsatz von Hydro- und Balneotherapie bei akuten Leiden im 17. Jahrhundert zuerst in Frankreich und England, später auch in Deutschland.

Balneologie Bedeutende Väter der Balneologie waren Vinzenz Prießnitz und Sebastian Kneipp. Ende des 18. Jahrhundert wurden erste chemische Analysen der Heilwässer vorgenommen und die in den Wässern vorkommenden Bestandteile bestimmt.. In den Badeorten ließen sich Ärzte nieder und befassten sich auch mit  empirischen Untersuchungen der Kurmittel und deren Wirkungen.

Die Balneologie als wissenschaftliche Disziplin entwickelte sich in der 2.Hälfte des 19. Jahrhunderts, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in Kurorten Laboratorien und Institute, die eine gründliche Untersuchung der Patienten und eine Kontrolle des Erfolgs der Behandlungen erlaubten.

Balneologie in Bad Hall

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das “Paracelsus-Institut” des Landes Oberösterreich in Bad Hall gegründet, der Vorgänger der heutigen Paracelsus Gesellschaft, dessen Hauptaufgabe die wissenschaftliche Untermauerung der Wirksamkeit der Bad Haller Jodsole-Therapien war.

Die jodhaltige Tassiloquelle in der Sulzbachniederung in Bad Hall wurde erstmals in der Stiftungsurkunde des Stifts Kremsmünster (777) erwähnt. Das Wasser dieser Quelle wurde von der Bevölkerung zur Bereitung des sogenannten „Kropfbrots“ verwendet.

Der Kurort Bad Hall hat Tradition als “Heilbad auf Basis Wissenschaft”: Seit 1950 wurden mehr als 500 Beiträge Iod oder Balneologie betreffend in Fachzeitschriften publiziert, zuerst vom Paracelsus Institut und seit 1993 von der Paracelsus Gesellschaft.

In Bad Hall befindet sich eine von Mitteleuropas stärksten natürlichen Jodsolevorkommen

Die damit verbundenen balneologischen Behandlungen (Bäder, Packungen, Inhalationen, Iontophoresen, Trinkkuren) in Ergänzung mit modernen physikalischen Therapien (Heilgymnastik, Elektrotherapie) zeigen positive Einflüsse im Sinne einer Senkung des Blutdruckes, einer erhöhten Belastbarkeit des Herzens und einer Steigerung der Durchblutung. Eine verbesserte Lungenfunktion bei chronischen Bronchitikern sowie eine Linderung der Beschwerden bei degenerativen Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankung konnten erzielt werden.

Weitere Behandlungsschwerpunkte in Europas einzigartigem Augenheilbad ist die neue Volkskrankheit “Trockenes Auge”.

Indikationen für Bad Hall Kuren im Überblick:

- Augenleiden

  • Degenerative Veränderungen des Augenhintergrundes, vor allem beginnende Stadien der Makuladegeneration
  • Folgezustände zu hoher Kurzsichtigkeit (Glaskörpertrübung, Netzhautdegeneration)
  • Gefäßerkrankungen (z.B. bei Arteriosklerose), Hypertonie, Diabetes)
  • Glaskörpertrübungen
  • Sehnerverkrankungen
  • Grauer Star im Frühstadium
  • “Trockenes Auge“ (Sicca-Syndrom)
  • Chronische Bindehaut- und Lidrandentzündung

- Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)

  • Angina Pectoris
  • Schlaganfall
  • Raucherbein

- Bluthochdruck

- Arthrose (Abnützungserscheinungen der Gelenke)

  • Wirbelsäulenerkrankungen
  • Bandscheibenleiden
  • Nachbehandlung nach Gelenksersatz und Bandscheibenoperation

- Osteoporose

- Erkrankungen der Atemwege

  • Akute oder chronische Bronchitis
  • Asthma bronchiale
  • Nebenhöhlenentzündungen

- Jodmangelkropf

- Venenerkrankungen

  • Krampfadern
  • Zustand nach Thrombosen
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